Zum Jahresauftakt erneuter Angriff auf Zentrum für Demokratie in Schöneweide
In der Sylvesternacht wurden in Niederschöneweide mehrfach rechte Parolen an Häuserfassaden gesprüht. Die Schmierereien betrafen die Brückenstraße und vor allem das Zentrum für Demokratie am Michael-Brückner-Platz.
Großflächig wurden mehrere Hakenkreuze neben Hetzlosungen, wie „NS Jetzt!“, „ Auf 2011 Kampf“ oder „Anti Antifa 88“ an Jalousien und Wände geschmiert. Anzeige wurde erstattet, der Staatsschutz ermittelt.
Bereits im November, noch vor Umzug des Zentrums für Demokratie in die neuen Räumlichkeiten, waren nahezu alle Scheiben der sanierten Einrichtung durch massive Gewaltanwendung beschädigt worden. Zwei Wochen später wurde eine Jalousie demoliert, die dadurch funktionsunfähig wurde.
Die neuerliche Aktion trägt die „Handschrift“ der Rechtsextremen, die auffallend der Nazi-Schmieraktion vor der Pogromnacht im November 2010 in Oberschöneweide ähnelt. Im Zusammenhang mit einem Gedenkspaziergang zu jüdischem Leben in Oberschöneweide, waren diverse Parolen gesprüht worden, in denen die während des Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden verhöhnt wurden. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden.
Eine gemeinsame Erklärung des Zentrums für Demokratie und des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick
Umzug im Dezember 2010 und erste Sachbeschädigungen
Im Dezember 2010 ist das Team des Zentrums für Demokratie aus Johannisthal in die neuen Räumlichkeiten des Anbaus am Michael-Brückner-Haus umgezogen. Mit dem Umzug können sich nun interessierte Bürgerinnen und Bürger über die demokratischen und zivilgesellschaften Projekte und Strukturen des Bezirks informieren.

Küche und Beratungsecke im neuen Zentrum
Nach der Sanierung des Anbaus am Bürgerhaus verfügt das Zentrum nun über einen Aussellungs- und Veranstaltungsraum, den man mit Hilfe einer mobilen Trennwand teilen kann. Es gibt weiterhin eine Beratungsecke, eine Küche, ein Büro und Toiletten.

Veranstaltungs- und Ausstellungsraum in den neuen Räumen

Büro im neuen Zentrum mit drei Arbeitsplätzen
Leider gehen mit dem Umzug diverse Sachbeschädigungen an dem frisch sanierten Gebäude einher. So wurden im November nahezu alle Scheiben (Sicherheitsglas) unter massiver Gewaltanwendung stark beschädigt. Ab Dezember wurden die Fenster mit Jalousien geschützt. Eine dieser Jalousien ist Mitte Dezember demoliert worden, so dass sie nicht mehr funktionstüchitg ist. In der Sylvesternacht folgte die nächste Sachbeschädigung, bei der insgesamt 12 Hakenkreuze und Parolen an die Fassade des Zentrums gesprüht wurden.

Ein Monat nach Einzug ist die Fassade des Anbaus bereits beschmiert. Die Parolen mit positivem bezug zum Nationalsozialismus wurden bereits unkenntlich gemacht.

Zerstörte Scheiben, eine demolierte Jalousie und eine "88". Ein Zahlencode, der den 8. Buchstaben im Alphabet meint. Die 88 steht für HH und bedeutet Heil Hitler.
Während nach den ersten beiden Sachbeschädigungen kein Hinweis auf die Motivation hinterlassen wurde, kann man die Schmierereien klar dem rechtsextremen Lager zuordnen.
Neuer Standort für das Zentrum für Demokratie
Gegen Ende des Jahres 2010 wird das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick in neue Räumlichkeiten umziehen. Derzeit hat das ZfD seinen Sitz im Gartenhaus auf dem Gelände des ehemaligen Rathauses Johannisthal am Sterndamm in Johannisthal. Die aktuellen Räumlichkeiten bestehen aus einen Büro, einem Beratungsraum und einem Lagerraum. Auf den Bildern sehen Sie die derzeitigen Räumlichkeiten.


Um für die BürgerInnen des Bezirks Treptow-Köpenick besser erreichbar zu sein, wird das Zentrum im November oder Dezember 2010 in den Anbau am Bürgerhaus in der Michael-Brückner-Straße umziehen. Mit der finanziellen Unterstützung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Bezirks Treptow-Köpenick werden die bisher nicht sanierten Räumlichkeiten renoviert, modernisiert und für die Arbeit des ZfDs umgebaut. Auf den folgenden Bildern sehen Sie wie die Räumlichkeiten vor der Sanierung ausgesehen haben.


Mit dem Umzug kann das ZfD sein Angebot an die demokratische Zivilgesellschaft des Bezirks erweitern. In den neuen Räumlichkeiten wird es wieder ein Büro geben, aber auch einen großen Veranstaltungsraum, den man mit Hilfe einer verschiebbaren Trennwand in zwei einzelne Seminarräume verwandeln kann. Es wird Konferenzmöbel geben und die Möglichkeit Ausstellungen aufzuhängen.

Damit erschließen sich ganz neue Möglichkeiten für das ZfD. Bisher mussten Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Fortbildungen organisiert werden, Bündnissitzungen und Vernetzungstreffen konnten in den aktuellen Räumen nur mit fünf, maximal sechs Personen durchgeführt werden, im neuen Zentrum werden bis zu 40 Personen Tagungen durchführen können. Es werden Ausstellungen gezeigt und Abendveranstaltungen angeboten werden. Auch das Infomaterial über bestehende Initiativen und Partizipationsmöglichkeiten im Bezirk wird für die AnwohnerInnen freier verfügbar.

Der neue Standort ist nicht zufällig gewählt worden. Der S-Bahnhof Schöneweide gilt seit den 90er Jahren als Angstraum. Im Ortsteil Niederschöneweide wohnen viele aktive Neonazis, es gibt immer wieder Kneipen, die dem rechtsextremen Spektrum gegenüber offen sind und auch das Register verzeichnet die meisten Vorfälle im Bereich Niederschöneweide. Ob Veranstaltungen, Propagandaaktionen oder rassistisch motivierte Angriffe und Pöbeleien, das Spektrum der Aktivitäten von Neonazis ist groß. Neben diesem offensichtlichen Problem ist der gesamte Sozialraum Schöneweide ein Ort, an dem es nötig ist, Demokratie und Partizipation sichtbar und greifbar zu machen. AnwohnerInnen und demokratisch Engagierte sollen im neuen Zentrum die Möglichkeit haben, sich und ihre Arbeit vorzustellen, neue MitstreiterInnen gewinnen und neue Ideen entwickeln und umsetzen.
Über den aktuellen Stand der Umbaus, werden wir sie hier informieren.


