Lokaler Aktionsplan Treptow–Köpenick
Seit dem 1. Januar 2007 gibt es das präventiv ausgerichtete Programm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bun- desministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dieses Programm setzt sich zum Ziel, gerade bei jungen Menschen die demokratische Kultur und das zivile Engagement zu stärken sowie Toleranz und Weltoffenheit zu fördern. Im Förderschwerpunkt „Entwicklung integrierter lokaler Strategien“ entwickeln Kommunen zusammen mit den zivilge- sellschaftlichen Akteuren vor Ort einen Lokalen Aktionsplan (kurz: LAP).
Ein Lokaler Aktionsplan ist ein geeignetes Instrument zur Steuerung von Prozessen zur Demokratieentwicklung und für die nachhaltige Entwicklung lokaler Bündnisse gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitis- mus.
Der Lokale Aktionsplan beruht auf einer spezifischen Analyse der Problemlagen des Fördergebietes, verfolgt mit konkreten Maßnahmen und Entwicklungsschritten eine langfristige integrierte Strategie zur Demokratieentwicklung und fördert lokale Vernetzungen und Kommunikationsstrukturen.
Für die Akzeptanz und den Erfolg eines solchen Lokalen Aktionsplans ist die um- fassende Einbindung der gesellschaft- lichen Akteure vor Ort unabdingbar – dazu gehören Vertreter der kommunal Verantwortlichen genauso wie Akteure der Zivilgesellschaft, z.B: öffentliche und freie Träger, engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter_innen der lokalen Wirtschaft.
Der Lokale Aktionsplan verknüpft damit nachhaltig und zielorientiert wirksames Handeln auf lokaler Ebene mit kon- kreten zivilgesellschaftlichen Ansätzen und befördert ein breites Engagement der Bürgerinnen und Bürger.
Für die Erstellung und jährliche Fortschreibung des Lokalen Aktionsplans erhielten die Kommunen pro Förderjahr 100.000 Euro, mit dehnen dann kon- krete Einzelprojekte zur Umsetzung des Lokalen Aktionsplans finanziert werden konnten.
Auch der Bezirk Treptow-Köpenick hatte seit dem 1. Oktober 2007 einen solchen LAP. Die Zielstellung des Lokalen Akti- onsplans Treptow-Köpenick fokussierte auf die Themenbereiche Rassismus und Alltagsrassismus sowie auf die Fragestel- lung, wie die demokratische Beteiligung und das zivilgesellschaftliche Engage- ment in den einzelnen Ortsteilen erhöht werden könnte. Für den Zeitraum 1. Oktober 2007 bis 31. Dezember 2010 wurde der LAP Treptow-Köpenick mit insgesamt 370.000,00 € gefördert.
Leitziele
Der LAP hatte zwei Leitziele, die für den gesamten Förderzeitraum galten:
Leitziel 1: Mehr Bürger/innen und Ak- teure im Bezirk sind sensibilisiert für das Thema Rassismus und für den Alltagsras- sismus, der hier erlebbar ist, und treten aktiver dagegen an.
Leitziel 2: Mehr Bewohner/innen des Bezirks übernehmen Verantwortung für das Miteinander in ihren Kiezen und engagieren sich aktiv für ein Mehr an Demokratie.
Ergebnisse
Im Rahmen des LAP wurden in Treptow-Köpenick Fördermittel an 30 Träger zur Umsetzung von mehr als 100 Einzelprojekte, Kleinstprojekte und Aktionen weitergereicht. Die Mehrzahl der Träger kam aus den Bereichen Jugendarbeit- und Jugendsozialarbeit, weitere aus den Bereichen Sport, Migranten, Kultur und Bürgervereine.
In den drei Jahren wurden etwa 10.000 Teilnehmer_innen erreicht!
Der Lokale Aktionsplan Treptow-Köpenick war auf den ganzen Bezirk ausgerichtet. Die erreichten Zielgruppen waren hauptsächlich Junge Menschen, Multiplikatoren (Erzieher_innen, Sozialpäda- gog_innen, Lehrer_innen,Mitarbeiter_innen der lokalen Verwaltung) sowie Migranten und Anwohner_innen. Die Altersstruktur der anvisierten Zielgrup- pen war folgendermaßen: 5 % Kinder, 55 % Jugendliche, 15 % Erwachsene, 25 % alle Altersgruppen. Dem Themenfeld (Alltags-) Rassismus / Rechtsextremis- mus (Leitziel 1) widmeten sich 2/3 der Projekte. Die anderen Projekte beschäftigten sich mit der Demokratieförderung (Leitziel 2). Gefördert wurden Kultur- projekte, Aktionstage, Veranstaltungen, Fortbildungen, Demonstrationen, Bür- gerbeteiligungen und Aktivitäten von bestehenden Initiativen, Netzwerken und Bündnissen.
Folgende Wirkungen wurden erreicht:
• Es gab eine Verbesserung themen- spezifischen Wissens der Beteiligten.
• Die Probleme werden noch offener angegangen.
• Es gibt eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den freien Trägern/Zivilgesellschaft.
• Es wurden Strukturen aufgebaut oder gestützt.
Ansprechpartner
Zentrum für Demokratie Treptow – Köpenick
Koordinierungsstelle Lokaler Aktionsplan Treptow - Köpenick
z. Hd. Björn Malycha
Tel. / FAX: 030 – 654 87 293
E-mail: zfdtk@t-online.de
Postadresse: Postfach 90 01 22, 12401 Berlin
Auf der Internetseite www.lap-tk.de finden Sie umfangreiche Informationen zum Lokalen Aktionsplan Treptow-Köpenick, eine Übersicht und Kurzdarstellung der bisher geförderten Einzelprojekte sowie die notwendigen Unterlagen für die Einreichung eines Projektvorschlages.
Informationen zum Bundesprogramm "Vielfalt Tut Gut" Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie finden Sie auf der Internetseite www.vielfalt-tut-gut.de.


