2011

Fachtagung zum Lokalen Aktionsplan Schöneweide

Erste Tagung zur Entwicklung des Lokalen Aktionsplans Schöneweide
Der Bezirk Treptow-Köpenick hat einen neuen Lokalen Aktionsplan für den Ortsteil Schöneweide.
Seit Frühjahr 2011 stellt das BMFSJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ finanzielle Mittel in einer Gesamthöhe von für einen Lokalen Aktionsplan Schöneweide zur Verfügung. In diesem Jahr sollen zunächst Ziele und eine Strategie entwickelt werden, die die Probleme Rechtsextremismus und Demokratieferne in Schöneweide aufgreifen. Konkrete Projekte werden erst nach dem Erarbeiten von Zielen und Strategie finanziert.
In diesem Zusammenhang fand am Freitag, den 23. September 2011 eine Tagung in der Hochschule für Technik und Wirtschaft statt, bei der über 60 Teilnehmende aus den Bereichen Verwaltung, Jugend und Bildung, Zivilgesellschaft, freie Träger, Politik, Wirtschaft und Kultur über Probleme, Chancen und Zukunft Schöneweides diskutierten.
Als besonders problematisch wurde von vielen Beteiligten die Verfestigung organisierter rechtsextremer Strukturen empfunden. Als weitere Probleme wurden soziale Probleme, eine fehlende Vernetzung von Kompetenzträgern in Schöneweide und Verödungstendenzen in den Hauptgeschäftsstraßen wie der Brückenstraße, der Edisonstraße und der Wilhelminenhofstraße genannt.
Wünsche für die Zukunft des Ortsteils beinhalteten einen regeren Austausch zwischen Einrichtungen und Bevölkerungsgruppen, mehr Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten für Anwohner und Anwohnerinnen und deren Kinder, sowie die Nutzung bestehender Freiräume auf bunte und vielfältige Weise. Es wurden Ideen wir eine Bürgerstiftung, eine Elternakademie, die Abschaffung von Zäunen und die Umgestaltung der Brachflächen diskutiert.
Im Jahr 2012 wird der Lokale Aktionsplan Schöneweide die Anregungen dieser ersten Tagung aufgreifen. Projektanträge können frühestens ab Januar 2012 gestellt werden. Ansprechpartner für den LAP Schöneweide sind das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (Kati Becker) und das Jugendamt Treptow-Köpenick (Eberhard Fischel).

Dokumentation zur Tagung hier zum Download

2011 Lokaler Aktionsplan Schöneweide

Seit September 2011 ist das Zentrum für Demokratie externe lokale Koordinierungsstelle für den Lokalen Aktionsplan Schöneweide. Träger für diese Tätigkeit ist nicht der Träger des Zentrus für Demokratie offensiv'91 e.V., sondern der Verein Werkstatt für Bildung und Begegnung e.V. Alle Informationen zum Lokalen ktionsplan Schöneweide sind unter www.lap-sw.de zu finden.

21. Mai 2011 Fest für Demokratie und Toleranz gegen Angsträume am S-Bahnhof Schöneweide

Am 21. Mai fand das Fest für Demokratie statt, auf dem sich an über 40 Ständen Initiativen, Vereine, Projekte, Parteien, Bündnisse, Künstler_innen und auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft präsentierten. Es gab besondere Aktionen, wie eine Fotobox, der Kamapagne "Berlin liebt", eine Spielstraße, einen alternativen Bebaungsplan für Schöneweide, in dem Anwohner_innen ihre eignen Ideen notieren konnten, eine Sprühaktion, eine lebendige Kuh, die die Kampagne "Schöner Weiden ohne Nazis" unterstützte, Kinderschminken, eine Hüpfburg und vieles mehr. An der Vorbereitung und Durchführung des Festes war das Zentrum für Demokratie maßgeblich beteiligt.

Broschüre "Was können Sie sagen...? Argumente gegen antimuslimischen Rassismus und rechtspopulistische Parolen" erschienen

Im August 2011 hat das Zentrum für Demokratie gemeinsam mit der Netzwerkstelle Moskito eine Broschüre heruasgegeben, die sich vorrangig mit den Inhalten von Rechtspopulisten auseinandersetzt und die Themen behandelt, mit denen sie versuchen in der Gesellschaft Anknüpfungspunkte herzustellen.

Unter diesen Themen ist besonders der antimuslimische Rassismus stark präsent mit seinen Vorurteilen. So werden die unter anderem Thesen wie "Muslime streben die Islamisierung Deutschlands an", "Muslime leben in einer Parallelgesellschaft" oder "Muslime sind ungebildet" widerlegt.

Neben antimuslimischem Rassismus steigen auch Wohlstandschauvinismus und Sozialdarwinismus an. Themen, die von Neonazis und Rechtspopulisten aufgegriffen werden. Für dieses Themenfeld sind einige Parolen stellvertretend auseinandergenommen worden.

Die Broschüre kann als PDF hier heruntergeladen werden.

2011 Eröffnung, Einweihung und Aufbau unserer neuen Räumlichkeiten am S-Bahnhof Schöneweide

Im Dezember 2010 ist das Zentrum für Demokratie in neue Räumlichkeiten, direkt am S-Bahnhof Schöneweide umgezogen. Das Konzept, das 2009 entwickelt wurde, sah vor, die neuen Räume als Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Vernetzungsraum zu nutzen. Das Zentrum sollte eine Einrichtung werden, in der sich die demokratische Zivilgesellschaft unterstützt fühlt und in der sie sich vernetzen und austauschen kann. Diesem Konzept entsprechend wurden die Räume des Zentrums so ausgebaut und eingerichtet, dass Veranstaltungen und Vernetzungsrunden komfortabel tagen können, dass Informationsmaterialien über demokratische Bündnisse und Initiativen im Bezirk zur Verfügung stehen, Materialien für Workshops vorrätig sind und Equipment für praktische Aktionen (Transparente, Tontechnik) dort gelagert werden können.

Im Jahr 2011 wurde das Zentrum dann gemeinsam mit vielen Unterstützer_innen aus dem Bezirk, die die Räume für ihre politischen Veranstaltungen und Ideen nutzen, zu dem, was es vorher nur auf dem Papier war. 2011 fanden in den Räumen ca. mehr als 90 Veranstaltungen und Vernetzungsrunden statt, es wurden sechs verschiedene Ausstellungen mit dazu passenden Belgeitveranstaltungen gezeigt und es meldeten sich zunehmend interessierte Menschen aus dem gesamten Bezirk, die sich zu unterschiedlichen Themen informieren wollten.

Durch die vielen Veranstaltungen und Vernetzungsrunden haben sich neue Projektideen, neue Kooperationspartner_innen und Synergieeffekte für bestehende Projekte ergeben.

Informationen zum Standort finden Sie hier...

 

2010

Lokaler Aktionsplan Treptow-Köpenick

Ende 2010 endete die erste Förderperiode des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ aus dem bundesweit 90 „Lokale Aktionspläne“ finanziert wurden. In diesem Rahmen wurde auch der Lokale Aktionsplan Treptow-Köpenick gefördert. Die Ergebnisse unseres Lokalen Aktionsplans (LAP) haben wir in einer Broschüre zusammengefasst. Das Dargestellte soll zu Diskussionen, Nachahmungen und Weiterentwicklungen anregen.

Die Broschüre zu allen Projekten und den Ergebnissen des LAP können Sie >>> hier herunterladen

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Was können Sie tun...? Taschenratgeber aktiv gegen Rechtsextremismus in Treptow-Köpenick

Der Verein für Demokratische Kultur in Berlin hat in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Demokratie und dem Register Treptow-Köpenick einen Taschenratgeber entwickelt, in dem verschiedene Handlungsmöglichkeiten erläutert werden, die sich mit Rechtsextremismus im Alltag ergeben.

Den Taschenratgeber können Sie sich >>>in Farbe oder >>>Schwarz-Weiß hier herunterladen.

Fachtag zu den Ergebnissen des Lokalen Aktionsplans Treptow-Köpenick

3 Jahre Lokaler Aktionplan Treptow-Köpenick – Eine Bilanz

Am 5. November 2010 fand ein Fachtag zu den Ergebnissen der 3-jährigen Arbeit des Lokalen Aktionsplans (LAP) Treptow-Köpenick in Schöneweide statt. Der Bezirk Treptow-Köpenick hat seit Oktober 2007 einen „Lokalen Aktionsplan“ zur Stärkung der demokratischen Beteiligung und des zivilgesellschaftlichen Engagements und gegen Alltagsrassismus, der vom Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie” bis Ende 2010 gefördert wird.

Unter der Zielsetzung, BürgerInnen des Bezirks für Alltagsrassismus zu sensibilisieren und zu mehr Bürgerbeteiligung anzuregen, wurden über den Lokalen Aktionsplan Treptow-Köpenick seit November 2007 mehr als 100 Einzelprojekte mit fast 10.000 TeilnehmerInnen gefördert.

Die ca. 70 TeilnehmerInnen des Fachtags wurden mit Grußworten der Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler, des Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi und der Koordinierungsstellen des LAPs Treptow-Köpenick in die Thematik eingeführt. In anschließenden Diskussionsrunden entwickelten sie Ideen für den Ausbau demokratischen Engagements im Bezirk. Als besonders erfolgreiches Projekt wurde der “Aktionsfond” von allen Beteiligten genannt, über den kleine Initiativen und Einzelpersonen kurzfritig und unbürokratisch Projekte bis zu einer Fördersumme von 500,- € beantragen können. Abschließend äußerten Vertreter der Parteien aus der Bezirksverordnetenversammlung dahingehend, dass sie das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rechtsextremismus im Bezirk treptow-Köpenick auch in Zukunft aktiv unterstützen wollen.

Björn Malycha von der lokalen Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplan äußerte sich zum Fachtag folgendermaßen: “Es war beeindruckend die AkteurInnen der letzten Jahre in produktiver Athmosphäre zu erleben. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen werden in der Ausrichtung der weiteren Arbeit eine große Rolle spielen.”

Der Lokale Aktionsplan für den Gesamtbezirk Treptow-Köpenick wird in den kommenden 3 Jahren regressiv weiter finanziert, damit entstandene erfolgreiche Strukturen verfestigt werden können.

 

20. Mai 2010 Ausstellungseröffnung "Kinder im Krieg. Polen 1939-1945"

19 Uhr Ratssaal im Rathaus Köpenick
(Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin)
Laufzeit der Ausstellung: 20.5. bis 4.7.2010

Vor 70 Jahren begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Circa zwei Millionen Kinder in Polen wurden Opfer der Besatzungspolitik der Nationalsozialisten. Die Wanderausstellung "Kinder im Krieg. Polen 1939-1945." zeigt Zeichnungen, die polnische Kinder 1946 malten. Diese Bilder stellen verschiedene Aspekte der deutschen Besatzungszeit in Polen aus der Sicht der Kinder dar.

Grußwort: Dirk Retzlaff, Bezirksstadtrat für Jugend und Schule in Treptow-Köpenick

Einführung: Iris Fischer, Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick; Prof. Dr. Therkel Straede, Universität Süd-Dänemark

Schirmherrschaft:
Botschaft der Republik Polen, Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler

Kooperationspartner:
Polnisches Historisches Museum in Warschau, Bezirk Treptow-Köpenick, Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik

29. Mai 2010 - 6. Interkulturelle Fest für Demokratie und Toleranz - gegen Angsträume am Bahnhof Schöneweide

13 bis 20 Uhr

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus Treptow- Köpenick und die Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler laden Sie recht herzlich zum Fest für Demokratie und Toleranz am Bahnhof Schöneweide ein. Unter dem Motto “Schöneweide l(i)ebt bunt” wollen wir zeigen, wie vielfältig und lebendig das Leben in unserem Bezirk ist.

Warum brauchen wir ein “Fest für Demokratie und Toleranz - gegen Angsträume” am Bahnhof Schöneweide? Angsträume nennen wir Orte, an denen potenzielle Opfer Gefahr laufen, von Rechtsextremen bedroht oder angegriffen zu werden. Vor allem Migrant_innen, alternative Jugendliche, Schwule und Lesben, sowie Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren oder als “nicht deutsch” wahrgenommen werden, betreten den Bahnhof mit einem unguten Gefühl. Für sie stellt der Bahnhof und dessen Umfeld weiterhin einen Angstraum dar. Wie in den Vorjahren wollen wir deshalb mit diesem Fest symbolisch und konkret zeigen, dass wir für ein demokratisches und buntes Miteinander eintreten und uns mit den potenziellen Opfergruppen rechtsextremer Gewalt solidarisieren.

Veranstaltet von: Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick

Gefördert durch: Kulturamt Treptow-Köpenick, Jugendförderung Treptow-Köpenick, Lokaler Aktionsplan Treptow-Köpenick

Unterstützt durch: offensiv‘91 e.V., Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD), Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR), Netzwerk für die Integration von Migrant_innen in Treptow-Köpenick, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), Zentrum Schöneweide, Unternehmerkreis Schöneweide

Programm: u.a.

  • Einweihung des Cajamarca-Platzes (Cajamarca ist die peruanische Partnerstadt Treptow-Köpenicks);

  • Verleihung eines Preises für Zivilcourage durch Gregor Gysi;

  • vielfältiges Bühnenprogramm mit musikalischen Live Acts;

  • Kinderprogramm;

  • Kunstaktionen;

  • Ausstellung;

  • zahlreiche Informationsstände von demokratischen Projekten und Initiativen aus dem Bezirk Treptow-Köpenick.

 

2009

Flyer: Wählen gehen! Deine Stimme zählt!

Anlässlich der Bundestagswahlen im September hat das Zentrum für Demokratie gemeinsame mit den Netzwerkstellen Moskito und Lichtblicke und mit dem Register Treptow-Köpenick einen Flyer zum Thema Wahlen entworfen. Inhaltlich wird darin auf die Parolen der NPD eingegangen und dazu aufgefordert wählen zu gehen. Den Flyer können Sie sich an dieser Stelle herunterladen.

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2008

Neuauflage der Grünen Karte für Zivilcourage

Was tun bei einem Angriff? Wie sollte man sich verhalten? An wen kann man  sich wenden?  Diese und andere Fragen werden auf der Grünen Karte beantwortet.

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Studienreise nach Yad Vashem / Shoahgedenkstätte in Jerusalem / Israel
Holocaust-Education in Israel 9. - 16. Mai 2008

Das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick veranstaltete zusammen mit der Shoah- Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem/Israel ein 8tägiges Studienseminar für Lehrkräfte, Pädagogen/innen aus der außerschulischen Bildung und weitere Multiplikatoren/innen.

Yad Vashem ist die größte Holocaustgedenkstätte Israels zu ihr gehört auch die Internationale Schule für Holocauststudien, die Unterrichtsmaterialien für verschiedene Länder entwickelt und Fortbildungen für interessierte Pädgogen/innen anbietet.

Programmpunkte des Seminars:

  • Wissenschaftliche Vorträge zu Jüdischem Leben vor und während des Holocaust, Antisemitismus und Zionismus
  • Workshops zu den von Yad Vashem entwickelten pädagogischen Materialien
  • Begegnungen mit Überlebenden der Shoah
  • Führung über das Gelände von Yad Vashem und durch das Neue Museum für Holocaust-Geschichte
  • Geführte Tour nach Massada ans tote Meer und in Jerusalem, um einen Eindruck vom Land zu bekommen und seine historischen Narrative aus heutiger Perspektive kennen zulernen

Vor/Nachbereitungsseminar

Die Seminare dienen der inhaltlichen wie organisatorischen Vor/Nachbereitung der Reise, sowie der Vernetzung von Teilnehmer/innen für eine weitere Arbeit an den Themen vor Ort. Vorbereitungsseminar zur Studienreise: 26.-27. April 08
Nachbereitungsseminar 14. Juni 08

Israel. Ein Erlebnisbericht.

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2007

Projekt "Wahlen & Partizipation"
August 2006 - Januar 2007

Das Zentrum für Demokratie Treptow - Köpenick führte zwischen August 2006 und Januar 2007 das Projekt "Wahlen und Partizipation" mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch.

Die Idee dazu entstand aus den positiven Reaktionen auf die "Wahl Gang Berlin 06", ein Projekt für Erstwähler/innen. Ziel des Projektes "Wahlen und Partizipation" war ein Angebot für Erstwähler/innen und junge Erwachsene zu schaffen, das auch über den Wahltag hinaus verschiedene Möglichkeiten von Partizipation in Treptow - Köpenick aufzeigt. Jugendlichen zwischen 16 - 23 Jahren wollten wir für das Thema politische Beteiligung begeistern und ihnen die unterschiedlichen Möglichkeiten des politischen Engagements von der "Politgruppe", über den Verein, die Initiative, die Schülervertretung bis hin zu den Parteien aufzeigen.

Um Jugendliche und junge Erwachsene für eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben zu begeistern ist es wesentlich auf ihre Vorstellungen, Interessen und Kritiken einzugehen, diese kennen zulernen und neue Aktionsfelder zu entwickeln. Das Projekt wollte hierzu einen Beitrag leisten. Die Ergebnisse sind über eine Internetpräsentation auch langfristig einzusehen und zu verwenden.

Das Projekt hat in seinen drei Phasen einen Raum für Selbstreflexion, die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Partizipationsformen und den Rahmen für die eigene Ideen- und Aktionsplanung eröffnet. Um möglichst unterschiedliche Jugendliche mit einzubeziehen, haben wir unterschiedliche Angebote gemacht: eine intensive Beschäftigung im Rahmen eines Wochenseminars, Tagesworkshops am Wochenende und eine Halbtagsveranstaltung - die Jugendtagung im Rathaus Köpenick. Bei der Angebotspalette sollte jedoch nicht nur der Zeitaufwand unterschiedlich hoch sein, sondern es sollten auch unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Dies ist mit dem Projekt auch gelungen.

In allen drei Phasen haben wir mit Methoden der außerschulischen politischen Jugendbildung gearbeitet. Gruppenprozesse wurden angekurbelt, die Reflexion der individuellen Motivationen und Befindlichkeiten befördert und immer wieder auch die Mehrdimensionalität der Inhalte bearbeitet.
Die ausgewählten Methoden der politischen Jugendbildungsarbeit, sind darauf ausgerichtet selbstbestimmtes Lernen zu fördern und teilnehmerzentriert zu arbeiten. Es ging darum die Jugendlichen als aktive Gestalter/innen des Lernprozesses zu begreifen und ihnen kreative Methoden zur Verfügung zu stellen, um sie in ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Partizipation zu unterstützen. Das Konzept ist damit Teilnehmer/innen orientiert und fördert die Beschäftigung mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Gruppe, es hilft diese zu thematisieren und positiv zu bestärken. Alle Projektphasen lassen sich wenn auch unterschiedlich intensiv in die Bereiche Kennen lernen, Erfahrungshebung, Analyse- und Handlungsphase und Abschluss und Auswertung einteilen.

In der Intensivwoche haben wir u.a. mit Methoden wie: "Fluss des Lebens"; "Welcome diversity", Brainstormings, Amerikanischer Diskussion, Standogrammen, Leitfrageninterviews oder Kreatives Schreiben gearbeitet. Hinzu kommt der Wechsel zwischen individueller Arbeitszeit, Kleingruppenarbeit und Plenumsituationen. In der Intensivwoche und den Workshops wurde diese Arbeit mit einer Produktorientierung verknüpft. So entstand ein Radiofeature und eine Homepage, beides wurde mit professioneller Hilfe erstellt.

Die verschiedenen Phasen des Projekts:

1. Intensivwoche: Im ersten Teil der Woche ging es um Fragen wie:
Was meint eigentlich Partizipation, wo können sich Jugendliche politisch beteiligen, warum macht es Sinn sich zu engagieren, wo findet politische Beteiligung eigentlich statt und wie werden überhaupt Entscheidungen getroffen?

Ausgangspunkt war die Lebenswelt der Jugendlichen, also Familie, Freund/innenkreise, Cliquen, Schule oder Vereine. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und auch Möglichkeiten war für alle Teilnehmer/innen spannend und immer wieder bewegend.
So hatten viele noch keinen Zusammenhang hergestellt zwischen der Art und Weise wie in ihrem eigenen Lebensumfeld Entscheidungen getroffen werden und den Strukturen politischer Entscheidungsfindung.
Letztlich ging es um eine Auseinandersetzung mit den Pluralen Facetten politischer Kultur in der Gesellschaft. Reflektion, Information und Diskussion wurden ergänzt durch die Vorbereitung von Interviews und Gesprächen mit einer Journalistin, einem Besuch in einer Nicht-Regierungsorganisation und einem Treffen mit einer Vertreterin aus dem Abgeordnetenhaus. Diese Gespräche wurden jeweils in kleinen Gruppen von den Teilnehmer/innen vorbereitet, moderiert und aufgenommen. In den gemeinsamen Runden wurden die Gespräche reflektiert und ausgewertet.
Die Ergebnisse finden sich in komprimierter Form im Radiofeature.

Die Teilnehmer/innen fanden die Besuche und Gespräche mit Menschen die sich sowohl politisch engagieren, und dies zum Teil noch mit Lohnarbeit verknüpfen, sehr spannend. Hier gelang es die Bandbreite von politischen Engagement hin zum Arbeitsfeld Politik zu öffnen. Team und Teilnehmer/innen haben die Woche außerordentlich gut bewertet. Die Teilnehmer/innen entschieden sich gemeinsam an den Tagesworkshops teilzunehmen um ihr Radiofeature fertig zustellten und mit anderen die Homepage zugestalten.

2. Die Tagesworkshops zum Thema: "Politische Beteiligung – was geht mich das an?" waren kreativ orientiert.
Zielgruppe waren vor allem Jugendliche die sich noch nicht mit dem Thema Partizipation intensiver beschäftigt haben. Ein Einstiegstor sollten die kreativen Methoden sein: Es gab Workshops zur Arbeit mit dem Medium Foto, Tanz, Theater, Kreatives Schreiben, Homepage Gestaltung und Radio. Die Workshops wurden unterschiedlich gut angenommen.

Letztlich haben Theater, Radiofeature und die Erstellung der Homepage statt gefunden. Die Teilnehmer/innen mussten sich auf drei Workshops verteilen, da nicht in allen Workshops die Mindestanzahl erreicht werden konnte. Produktorientierte außer-politische Jugendbildung führte zu guten Ergebnissen und die Jugendlichen habe die Workshops sehr gut bewertet. Die Homepage und das Radiofeature sind nachhaltige Ergebnisse dieses Projekts.

3. Jugendtagung: Den Abschluss des Projekts "Wahlen und Partizipation" bildete die Jugendtagung "Partizipation heißt politische Beteiligung! Wer - Wie - Wo - Warum?”.

Sie fand am 1.Februar 2007 im Rathaus Köpenick statt. Auf der Tagung wurden der Prozess, die Ergebnisse und das Produkt Homepage und Radiofeature präsentiert und zur Diskussion gestellt. Hinzu kamen Referent/innen aus der BVV, der Schüler, der Antifa und von Schule ohne Rassismus Schule mit Courage.
Alle Referent/innen der Auftaktdiskussion sind selber noch junge Erwachsene und berichteten über ihre Motive, ihre Aufgaben und Ideen für eine bessere Gesellschaft. Auch hier ging es darum die Jugendlichen für das Thema Partizipation zu interessieren, sie neugierig zu machen, Ansatzpunkte zu finden, Austausch mit anderen zu ermöglichen. Unter den Teilnehmer/innen fanden sich Schul- und Klassensprecher/innen aus den Schülervertretungen, Engagierte aus dem Bezirksschülerausschuss, Jugendliche aus dem antifaschistischen Jugendbündnis "Bunt statt Braun”, der Antifa, der Parteien und christlichen Gemeinden.

Das Konzept der Tagung interessierte junge Erwachsene zu erreichen und ihnen ein Forum zu geben, in dem sie sich austauschen können, ist damit aufgegangen. Die Mobilisierung erfolgte über alle Schulen, Schülervertretung, Bezirksschülerausschuss, Jugendfreizeiteinrichtungen, Presse und Aushänge.
Die Jugendlichen hatten unterschiedliche Interessen und Motive warum sie an der Jugendtagung teilnahmen, doch für fast alle spielt der zunehmende Rechtsextremismus, die Frage nach dem Umgang mit Neonazis - gesamtgesellschaftlich und konkret im Einzelfall - und natürlich die Aktivitäten der NPD in Treptow - Köpenick eine wichtige Rolle.
Oftmals überwog das Bedürfnis sich über Erfahrungen mit "Nazis" auszutauschen, gemeinsam über Handlungsstrategien zu reden. Dies diente in der Diskussion dann auch als Aufhänger für die Beschäftigung mit dem Thema Partizipation. In diesem ersten Teil wollten wir allen Teilnehmenden die Möglichkeit geben, sich kurz vorzustellen und ihre Wünsche und Erwartungen an den Tag zu äußern.
Auch das Zentrum für Demokratie stellte seine Arbeit und das Projekt Wahlen und Partizipation vor.

Die geladenen Referent/innen gaben durch kurze Inputs zu den Motiven für ihr Engagement, ihrer politischer Laufbahn und den Visionen für eine bessere Gesellschaft einen Überblick über sehr unterschiedliche Lebenswege und Ansatzpunkte im Bereich der politischen Beteiligung.

Zwei BVV- Abgeordnete gaben einen Einblick in ihre Tätigkeiten in der Bezirksverordnentenversammlung und ihre Motivation sich parteipolitisch zu betätigen. Eine junge Frau erzählte uns über ihre langjährige Arbeit in antifaschistischen Jugendgruppen, die Vor- und Nachteile des außerparlamentarischen Engagements, in kleineren Zusammenhängen oder in größeren Organisationen wie Gewerkschaften.

Das Projekt Schule ohne Rassismus Schule mit Courage wurde präsentiert. Die Jugendlichen erhielten hier die Gelegenheit direkt mit den Engagierten zu diskutieren und ihnen Fragen zu stellen. Die sehr unterschiedlichen Zugänge, Ansatzpunkte und die Bandbreite von Engagements, von Politik, über zivilgesellschaftliche Organisationen bis zu antifaschistischen Gruppen wurden so an konkreten Beispielen aufgezeigt. Die Jugendlichen konnten darin ermutigt werden, sich zu engagieren.

Die unter Mitwirkung der Workshop- Teilnehmer/innen erstellte Homepage des Projekts Wahlen und Partizipation wurde mit ihren Inhalten und Funktionen vorgestellt. Auf ihr befinden sich verschiedene Texte zum Thema Partizipation, eine Dokumentationen des Projekts und auch das von Jugendlichen in einem der Workshops erstellte Radio-Feature, welches im Offenen Kanal ausgestrahlt wurde.

Im zweiten Teil der Tagung wurden drei Seminare angeboten. Zwei Schülerinnen aus Pankow bereiteten ein Seminar mit dem Titel "Das erste Mal wählen - und dann?” vor, wo sie aus Interviews mit Erstwähler/innen vor und nach der Wahl berichteten. Alexander Freier, ein junger BVV- Abgeordneter und Schüler, stellte das Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage vor und diskutierte mit den Jugendlichen über die Idee des Bezirks ohne Rassismus - Bezirk mit Courage.
Herr Sternberg, ein Überlebender der Shoah (der nationalsozialistischen Judenverfolgung), erzählte einer Gruppe interessierter Teilnehmer/innen seine Lebensgeschichte und berichtete über die Verfolgung und Diktatur im Dritten Reich. Seinen Ausklang fand die Tagung mit einer Auswertung in gemütlicher Runde bei Snacks und Getränken.

Insgesamt ist das Projekt sehr positiv zu bewerten. Es wurden viele Jugendliche erreicht und auf das Thema gestoßen. Die Auswertungen mit den TN zeigen deutlich ein Interesse an weiteren Projekten zum Themenfeld. Die Homepage und auch das Radiofeature sind bereits von vielen Jugendlichen positiv kommentiert worden.

Es steht noch aus diese Homepage auch unter engagierten Erwachsenen bekannter zu machen. Für das laufenden Jahr ist geplant noch ein weiteres Angebot für die Zielgruppe zu machen, um auch nicht organisierten Jugendlichen die Möglichkeit zu geben sich kreativ mit dem Thema zu beschäftigen und neue Erkenntnisse zu sammeln.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Link zur Seite des Projekts "Wahlen & Partizipation"

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2006

Wahl – Gang 06 / Schultour
Januar 2006 – September 2006

"Wahl Gang Berlin 06" war ein erfolgreich durchgeführtes Kooperationsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung Berlin, der Politikfabrik und des Zentrums für Demokratie Treptow – Köpenick (ZfD) anlässlich der Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen am 17. September 2006. Die Zielgruppe dieser Kampagne waren die Erstwähler/innen im Alter von 16 bis 18 Jahren, die mit jugendgerechten Aktionen zur Teilnahme an den Wahlen angeregt und davon überzeugt wurden, dass auch Wahlen eine wichtige Plattform der politischen Partizipation sind.

Das ZfD beteiligt sich besonders an der im Rahmen dieser Kampagne durchgeführten Schultour, die ihren Schwerpunkt im Bezirk Treptow – Köpenick hatte. Das ZfD sollte die Schulen im Bezirk zur Teilnahme an der Schultour motivieren, und lokale Politiker/innen für die an diesen Schulen geplanten Diskussionsveranstaltungen mit den ErstwählerInnen einladen. Insgesamt beteiligten sich neun Schulen aus dem Bezirk Treptow – Köpenick an der Schultour. Pro Schulen nahmen zwischen 30 und 150 Schüler/innen teil.

Ein zentrales Merkmal der Schultour war die aktive Einbindung von Schüler/innen in die Planung und Durchführung der Diskussionsveranstaltung. Pro Schule wurden mindestens zwei Schüler/innen gesucht, die die Veranstaltung inhaltlich vorbereiten und dann selber moderieren wollten. Zur Unterstützung haben wir für diese Schüler/innen einen Vorbereitungsworkshop organisiert. Am ersten Workshoptag wurde versuchte, die Schüler/innen zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Wahlen, Demokratie und Beteiligung zu motivieren. Aufbauend auf diese Diskussion wurde dann ein Themenfindungsprozess durchlaufen mit dem Ziel, konkrete Fragen zu formulieren, die für die Moderation der Diskussionsveranstaltung genutzt werden konnten. Der Vorteil eines solchen Prozesses liegt darin, dass man am Ende Fragen formuliert hat, die nahe an den Lebenslagen und Interessen der Schüler/innen sind. Vor allem die jüngeren SchülerInnen der Haupt- und Realschulen waren für diese Starthilfe dankbar. Im Workshop wurde mit Methoden aus der Demokratieerziehung gearbeitet, die das Ziel haben, die Jugendlichen zum eigenständigen denken und handeln anzuregen.

Am zweiten Workshoptag wurden den Schüler/innen verschiedene Methoden aufgezeigt, mit denen die Veranstaltungen moderiert werden konnten. Alle Schüler/innen haben sich letztendlich entweder für die klassische Podiumsdiskussion oder für das so genannte World Café bzw. Café International entschieden. An drei Schulen wurde sogar eine Mischung aus beiden Methoden realisiert, was aus unserer Sicht auch die gelungensten Veranstaltungen waren. Hier gab es einleitend eine halbstündige Podiumsdiskussion, die den Politiker/innen zum einen die Möglichkeit gab, sich dem gesamten Auditorium vorzustellen und zum anderen den Schüler/innen, die nicht an der intensiven Vorbereitung beteiligt waren, den thematischen Einstieg ermöglichte, bevor es in die intensiven Gespräche in den kleinen Gruppen ging. Dieser Teil dauerte dann durchschnittlich 45 Minuten, wobei alle 15 bis 20 Minuten die Gruppen gewechselt haben, so dass die Schüler/innen die Möglichkeit hatten, möglichst viele der anwesenden Politiker/innen direkt zu erleben.

Für die Schultour wurden von uns die Kandidat/innen folgender Parteien eingeladen: SPD, Die Linke / PDS, Bündnis 90 / Die Grünen, CDU und FDP. Nach den Rückmeldungen der teilnehmenden Politiker/innen zu urteilen war die Schultour ein voller Erfolg. Viele äußerten den Wunsch, dass solche Veranstaltungen doch regelmäßig stattfinden sollten und nicht nur im Vorfeld von Wahlen. Es wurde sehr stark betont, dass sie in der Regel sonst kaum die Möglichkeit haben, mit Schüler/innen politische Gespräche zu führen, da sich der Zugang an die Schulen für gewöhnlich sehr schwierig gestaltet. Oftmals würden die Schulen das Ansinnen der Parteien sogar regelrecht abblocken, da sie sich nicht dem Vorwurf der Parteilichkeit aussetzen wollen. Paritätisch organisierte Veranstaltungen durch eine "neutrale" Organisation stellen somit eine gute und für die Parteien attraktive Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Schüler/innen dar.

Auch von den Schüler/innen und Lehrer/innen gab es viele positive Rückmeldungen, vor allem von denjenigen, die an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen beteiligt waren. Gerade die Lehrer/innen waren sehr positiv von den Reaktionen der Schüler/innen angetan. Das gezeigte politische Interesse und die Bereitschaft vieler Schüler/innen, sich intensiv und ernsthaft mit der lokalen Politik und ihren Vertreter/innen auseinander zusetzen, hat sie mehrheitlich sehr überrascht. Bei den Schüler/innen gab es vereinzelt auch sehr kritische Stimmen. Einige bemängelten sehr stark den Habitus und das Auftreten einzelner anwesender Politiker/innen, was sie ohne Zweifel in ihrer insgesamt kritischen bis negativen Einschätzung von Politik und Politiker/innen bestätigte.

Aus unserer Sicht wurde während der Schultour sehr stark deutlich, dass es unter den Erstwähler/innen gerade der Haupt- und Realschulen noch viel Unwissenheit zu den bevorstehenden Wahlen, ihrem Wahlrecht und der Politik im Allgemeinen gab. Vor allem fehlte oft jegliches Verständnis für die Unterschiede zwischen Bundes-, Landes- und Lokalpolitik. So gab es zum Teil enttäuschte Gesichter, dass weder Angela Merkel noch andere berühmte Personen aus dem Fernsehen zur Veranstaltung an ihre Schule kommen, sondern Menschen auf dem Podium sitzen, die ganz normal aussehen, zum Teil erstaunliche Unsicherheiten im Auftreten auf öffentlichen Veranstaltungen zeigten und deren Themen um Grünflächennutzung, Straßennamensänderungen oder Bürgerhaushalte kreisten.

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2005/06

Tunnelprojekt am Bahnhof Schöneweide
April 2005 – September 2006

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Strukturen und Erscheinungsformen und der Entwicklung von Demokratie und Toleranz in Treptow-Köpenick nimmt die Thematisierung von lokalen Angsträumen, denen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ausgesetzt sind, eine herausragende Stellung ein. Der Bahnhof Schöneweide wird vor allem von Personen aus Nieder- und Oberschöneweide als Angstraum mit rechtsextremem Hintergrund wahrgenommen. Aufgrund des Handlungsbedarfes vor Ort haben das Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow - Köpenick und der Runde Tisch Johannisthal eine Arbeitsgruppe "Angstraum Bahnhof Schöneweide" initiiert.

In der Auseinandersetzung mit dem Bahnhofesumfeld wurde der dort vorhandene Fußgängertunnel als wichtig, jedoch sehr unangenehm und angsteinflößend geschildert. So entstand die Idee durch eine Ausschreibung an Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen des Bezirks Kinder und Jugendlichen um eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema "Rechtsextremismus und Rassismus, Demokratie und Toleranz" an diesem Ort zu bitten.

Da Die Zielgruppe sich durch Graffiti besonders angesprochen fühlt und die Örtlichkeit dazu quasi einlud, baten wir um Graffitientwürfe. Die künstlerische Umgestaltung des Tunnels durch junge lokale Graffitikünstler/innen war ein weiterer Schritt zur Sensibilisierung der Anwohner/innen für die Angstraumproblematik und hin zu positiven Veränderungen. Die zu gestaltende Gesamtfläche betrug ca. 600 qm. Einsendeschluss für die Entwürfe war der 31. November 2005. Im Januar 2006 entschied dann eine Jury, welche der eingereichten Entwürfe realisiert werden. Im Februar 2006 wurden dieser der Öffentlichkeit präsentiert. Im Mai 2006 begann das Probesprayen unter der künstlerischen Anleitung von Gisela Wendrock.

Im August / September wurden die Graffitis auf Tafeln gesprüht und dieses dann vom Projekt "Praxisnah" im Tunnel montiert. Gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin war das ZfD maßgeblich an der Organisation, der Moderation und Durchführung der einzelnen Realisierungsphasen beteiligt. Dazu gehörte auch die Finanzplanung.

Die Fotodokumentation zum Projekt können Sie sich hier herunterladen. >>> hier klicken

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Lebenslanges Demokratie lernen
April 2005 – April 2006

"Lebens langes Demokratie lernen" ist ein Coachingangebot für zivilgesellschaftlich aktive Senior/innen und setzt sich zum Ziel, die demokratischen und zivilgesellschaftlichen Beteiligungsformen von älteren Bürger/innen auszubauen und deren vielfältige (Lebens-) Erfahrungen und Kenntnisse bei der Lösung aktueller gesellschaftlicher Probleme einfließen zu lassen.

Mit Hilfe von Werkstätten, Seminaren und Foren unter Verwendung erfolgreicher Methoden, wie zum Beispiel Planspiele und Zukunftswerkstätten, wird das bürgerschaftliche Engagement und die Selbstorganisation aktiver Senior/innen gefördert. Zur Realisierung des Projektes wurde eine Angebotspalette mit Bildungsmodulen zur Begleitung bürgerschaftlichen Engagements entwickelt. Dieses Angebot wurde von vier Einrichtungen im Bezirk Treptow – Köpenick angenommen. Dort gelang die erfolgreiche begleitende Unterstützung von älteren Engagierten.

In der ersten Seniorenfreizeitstätte kamen Senior/innen zusammen, die sich Antworten auf ihre persönlichen Unsicherheiten im Umgang mit Problemen sowohl familiärer als auch nachbarschaftlicher Art wünschten. In dieser Einrichtung gab es drei Treffen mit unterschiedlichem Besucherkreis. Die Teilnehmer/innen waren interessiert, hatten Spaß bei den Übungen zu Denkmuster und Perspektivenwechsel und es entwickelte sich eine Atmosphäre, in der die Teilnehmer/innen ihre Muster mitteilend hinterfragten. In der zweiten Seniorenfreizeitstätte war mit der Leiterin der Einrichtung vereinbart, in der regelmäßig stattfindenden "Kaffeerunde" eine Einführung in das Projekt zu geben. Schwerpunkt sollte auf Demokratieentwicklung liegen. Zu dieser Runde waren mehr als 20 Besucher/innen erschienen. Die Leiterin nahm zusammen mit den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der Stätte an der Projektvorstellung teil. Der Schwerpunkt des ersten Treffens lag neben der Einführung in das Projekt auf Sensibilisierung der Wahrnehmung und Anerkennen von konträren Meinungsäußerungen. Beide Themenbereiche beinhalteten auch Übungen zur Vertiefung des Inhaltes. Waren noch bei der Wahrnehmungsübung einige skeptisch und blieben in der Beobachterrolle, beteiligten sich alle an der Übung "Positionsbarometer". Die Teilnehmer/innen brachten mit Ernst und Engagement ihre Positionen vor, hörten zu, argumentierten für ihre Sichtweisen. An der zweiten Runde Ende Oktober nahmen die Besucher/innen der "Kaffeerunde" (ca. 14) und die Mitarbeiter/innen der Stätte teil. Unter der Überschrift "Immer Arger mit der Kommunikation!?". wurden Erkenntnisse von Friedemann Schulz von Thun, Watzlawik und Rosenberg vorgestellt und zur Vertiefung der Thematik die Übung "Kontrollierter Dialog" ausprobiert sowie ein Rollenspiel zum Axiom "Man kann nicht nicht kommunizieren."

In dem dritten bezirklichen Seniorenfreizeittreff wurde aus der Angebotspalette das Basistraining und eine Vertiefung der Kommunikationsstrategien zur Stärkung der Handlungsfähigkeit gewählt. Die Leiterin wünschte sich diese "Reihe" als Qualifizierung ihrer Mitarbeiter/innen und stellte es ihnen frei teilzunehmen. An der Einführung in Perspektivenwechsel nahmen ca. 15 Personen teil, zu den folgenden Terminen kamen zwischen 5 und 9 Personen. Die Treffen waren geprägt von großem Interesse an der Verbesserung ihrer Arbeit. In die Übungen zu den Themenbereichen brachten die Teilnehmer/innen eigene Erfahrungen ein, verglichen, differenzierten, hinterfragten ihre Stereotype und kamen zu neuen Erkenntnissen. Im Nachbarschaftstreff, eine räumlich kleine Einrichtung nahmen an den monatlichen Veranstaltungen Anwohner/innen und auch Mitarbeiter/innen teil. Nach der Einführung in das Projekt sowie in Denkmuster und Perspektivenwechsel wurden die Teilnehmer/innen gefragt, ob sie weitermachen wollten, was sie enthusiastisch bejahten. Sie verfolgten aufmerksam die Themendarstellungen und führten mit Spaß die Übungen durch. Die Veranstaltung zu Konfliktlösungsmodellen wurde von Anwohner/innen angefragt, sie wollten thematisieren, wie sie verhindern können, dass der Kiez ein Problemkiez wird. Ein "Fallbeispiel" wurde nach Darstellung von Modellen zur Lösung von Konflikten bearbeitet.

Die geplanten Zeitblöcke (4 Stunden) mussten justiert werden. Maximal 2½ Stunden konnte eine Veranstaltung dauern. Infolge wurden die als Basistrainings, Werkstätten und Seminare sowie Philosophische Lesungen bezeichneten Module mit diesem Zeitlimit abgestimmt. Wie der Projekttitel zum Ausdruck bringt, war die begleitende Unterstützung älterer Engagierter prozessorientiert angelegt. Bezogen auf die Ziele wurden Fortschritte im Ausbau von Handlungsfähigkeit und Stärkung des "langen Atems" bei den teilnehmenden Senior/innen erzielt. Begleitende Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements und Förderung der Selbstorganisation sind in ersten Ansätzen gelungen.

Für die Arbeit mit Senior/innen als Zielgruppe zum Thema Demokratie, Partizipation und Empowerment ist es notwendig konzeptionell neue Wege zu beschreiten. In der konzeptionellen Auswertung und Aufarbeitung des Projekts ging es darum die ursprünglich formulierte Konzeptidee mit den Erfahrungen aus der Realisierungsphase abzugleichen. Darüber hinaus wurde auch ein verallgemeinerbares Konzept zur Arbeit mit der Zielgruppe entwickelt. Um dies zu erreichen wurden die bereits existierenden Auswertungen aus den Praxisteilen in das Konzept einbezogen, eine Analyse der verwendeten Methoden der politischen Bildung vorgenommen und die Vorschläge, Ideen und Bedürfnisse der Senior/innen aufgegriffen.

Gleichzeitig ging es auch darum Weiterzudenken und Schwachpunkte des bisherigen Konzepts aufzudecken und zu verbessern. Einen zentralen Stellenwert nimmt hierbei die Beschäftigung mit der Frage ein, wie Senior/innen als Zielgruppe überhaupt erreicht und angesprochen werden können. Die Erfahrungen mit der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, mit den Vorgesprächen auf der Leitungsebene der Einrichtungen und anderen Mitarbeiter/innen der Seniorenfreizeitstätten müssen hierfür ausgewertet werden. Die Bedürfnisse und Einschätzungen der Senior/innen unterschieden sich oft sehr gravierend von den Bildern und Einschätzungen die die Hauptamtlichen über Senior/innen vermitteln. Ganz deutlich zeigt diese Diskrepanz die Notwendigkeit Senior/innen möglichst direkt und ohne Vermittler/innen anzusprechen. Zum anderen braucht es neue Strategien um die Hürde "professionelle Mitarbeiter/in" besser zu überwinden.

Letztlich müssen auch die Hauptamtlichen eingebunden werden in den Bildungsprozess, mit spezifischen Angeboten, aber auch in gemeinsamen Veranstaltungen mit den Senior/innen. Ziel muss hierbei sein, auch die Einrichtungen für Senior/innen auf ihre Strukturen und ihre Partizipationsmöglichkeiten hin zu hinterfragen. Ein letzter Punkt ist die konzeptionelle Arbeit zum Thema Methoden und Didaktik. Hier müssen neue Methoden überlegt und auch vorhandenes reflektiert werden. Die Erfahrung zeigt das viele der Senior/innen mit denen wir gearbeitet haben biographische Methoden schätzen. Zudem wünschen sich viele eine Ergänzung des Projekts um eine intergenerative Ebene. Dies alles fließt in eine neue Konzeption ein.

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2004

Projekt "Aktiv für Treptow – Köpenick"
generationsübergreifende Multiplikator/innenausbildung
März 2004 – Dezember 2004

Das Projekt hatte zum Ziel eine Gruppe von ehrenamtlichen Multiplikator/innen unterschiedlichen Alters zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in historischen wie aktuellen Fakten weiterzubilden und dabei den Focus expliziert auf die lokale Situation in Treptow – Köpenick zu legen.

Die Teilnehmer/innen waren in allen Phasen des Projekts als Akteur/innen mit eigenen Ideen, Bedürfnissen und Meinungen gefordert. Die Grundidee des Projekts bestand darin die Multiplikator/innen eigenverantwortlich ein Konzept entwickeln zu lassen, mit dem sie wiederum neue Akteur/innen fortbilden können. Parallel dazu sollten die Ergebnisse des Projekts und die verwendeten Methoden dokumentiert und so modifiziert werden, das sie als Arbeitsmaterial für weitere Fortbildungen zur Verfügung stehen. Das Projekt gliederte sich in drei Phasen:

In der ersten Phase des Projekts stand eine Bedarfserhebung und die Präsentation der Projektidee bei unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen AkteurInnen, Bündnissen, Gruppen, Initiativen und Projekten im Bezirk im Zentrum. Die Resonanz war ausgesprochen positiv, das Interesse an einer Fortbildung von Multiplikator/innen zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus war groß. Besonders großen Anklang fand die Idee die Fortbildung mit lokalen Schwerpunkten durchzuführen und die dokumentierten Ergebnisse als Arbeitsmaterial für weitere Fortbildungen zu sichern.

Die zweiten Phase begann mit einzelnen Gruppentreffen und wurde ergänzt durch zwei Veranstaltungen zum Thema "Rechtsextremismus in Treptow-Köpenick" und "Frauen in rechten Strukturen". Über diese Veranstaltungen formierte sich eine Gruppe von 12-15 MultiplikatorInnen die sich aktiv am Projekt in allen Phasen beteiligten. Die Gruppe war generationsübergreifend, die jüngste Teilnehmerin war 14 Jahre alt und der älteste war 83 Jahre alt. Es folgten zahlreiche Treffen und Veranstaltungen.

In der dritten Phase wurde aus den Ergebnissen der zweiten Phase das Arbeitsmaterial "Demokratisch Handeln im Alltag" konzipiert und erstellt. Die Teilnehmer/innen waren in allen Schritten beteiligt. Ausgangspunkt bildete die Bedarfserhebung der ersten Projektphase und die Vorschläge der Teilnehmer/innen. In einem über mehrere Treffen fortlaufenden Prozess wurde über die inhaltliche und methodische Ausrichtung diskutiert und versucht eine Begrenzung auf einzelne exemplarische Schwerpunkte zu finden. Dieser Prozess war ebenfalls Bestandteil der Fortbildung, da die Teilnehmer/innen hier unterschiedliche Methoden der politischen Bildung kennen lernten und unter Anleitung erproben konnten.

Das Projekt hat mit diversen Methoden und Ansätzen der (historisch-)politischen Bildung gearbeitet. Dabei standen Methoden im Mittelpunkt die geschlechtssensibel ausgerichtet sind. Geschlechtsspezifische und Geschlechtssensible Ansätze wurden hierbei mit Methoden der "interkulturellen Bildung" verbunden. Interkulturelle Ansätze hatten jedoch weniger Migrationshintergründe zum Thema, sondern viel stärker eine altersspezifische Ausrichtung. Hierzu wurden auch eigene Methoden entwickelt um den biographischen, politischen und sozialen Hintergründen der Teilnehmer/innen gerecht zu werden. Ein weiterer methodischer Schwerpunkt lag auf der Vermittlung von Methoden zur Kommunikation und Diskussion. Insgesamt wurde mit diversen Ansätzen experimentiert, da ein Teil der Teilnehmer/innen erst einmal dazu gewonnen werden musste sich überhaupt auf Methoden der politischen Bildung einzulassen. Wichtig ist hierbei die zeitgleiche Erprobung von demokratischen Entscheidungs- und Aushandlungsprozessen im Prozess der Entwicklung des Arbeitsmaterials. Die Gruppe hat gemeinsam mit dem Team versucht Ansätze und Methoden auszuwählen, die für die Arbeit im Bezirk bedeutend sein können.

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