Pressemitteilung: Keine Heimat mehr für Neonazis
Die Heimat verlässt Köpenick?
Bündnis für Demokratie ruft zur Kundgebung gegen das Neonazi-Konzert in der Heimat Bundeszentrale am Mandrellaplatz auf!
Die Bundeszentrale der Partei „Die Heimat“ (früher NPD) steht vor dem Verkauf. Damit könnte ein langes Kapitel der Geschichte von neonazistischer Organisierung in Köpenick zu Ende gehen. Das Bündnis für Demokratie Treptow-Köpenick ruft am Samstag, den 9. Mai zur Kundgebung gegen das rechtsextreme Konzert in der Parteizentrale in der Seelenbinderstraße auf.
Nun wurde bekannt, dass die Partei versucht ihre Bundeszentrale zu verkaufen. Laut einem Artikel der TAZ vom 06.05.2026 (Link) sind die Verkaufsgespräche in einem fortgeschrittenen Stadium und es ist zu vermuten, dass sich die Partei aus Berlin zurückzieht.
Der Artikel zitiert eine Einschätzung des Zentrums für Demokratie:„Die Parteizentrale habe lange „in einem Dornröschenschlaf“ gelegen, berichtet Hotz. Seit dem letzten Jahr hätten die Aktivitäten dort jedoch wieder zugenommen, etwa in Form von Rechtsrock-Konzerten und Parteiveranstaltungen. So habe die Partei gezielt versucht, jugendliche Neonazis an die Strukturen der Partei zu binden.“
Die Umbenennung der Partei in „Die Heimat“ sowie der Versuch vom Boom der neuen Neonazi-Jugendgruppen zu profitieren, brachte keine nachhaltigen Erfolge ein. Gleichwohl fanden zuletzt wieder regelmäßiger neonazistische Veranstaltungen in der Zentrale in der Köpenicker Dammvorstadt statt. Zuletzt gab es im Dezember 2025 und im Januar 2026 zwei Veranstaltungen, bei denen es zu bedrohlichen Situationen kam und in denen eine antifaschistische Band und der benachbarte Jugendclub Cafe Köpenick ins Visier der Neonazis gerieten (vgl. die Vorfalls Meldungen der Berliner Register).
Karin Kant, Sprecherin des Bündnisses für Demokratie erklärt: „Rechtsextreme Akteure sind in Köpenick sehr präsent. Die NPD hat mit ihrer Bundeszentrale lange den Kiez geprägt. Wir danken allen Antifaschistinnen, die sich in den letzten 26 Jahren für ein friedliches und solidarisches Köpenick eingesetzt haben.“
Pressekontakt: Benedikt Hotz
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
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Zum Hintergrund: Geschichte der NPD in Berlin-Köpenick
Im Jahre 2000 zog die Bundeszentrale der NPD nach Berlin-Köpenick in die Seelenbinderstraße. In der Folge gründeten sich das Bündnis für Demokratie Treptow-Köpenick sowie das Jugend-Bündnis Bunt statt Braun. Diese Bündnisse koordinierten den lokalen Widerstand gegen die Raumnahme der neonazistischen Partei.
2002 gründete sich in Treptow-Köpenick die Fachstelle „Anspiel“ in Trägerschaft des Sportjugendclubs Arena. Die Netzwerkstelle sollte ein Knotenpunkt des lokalen Engagements sein. Als Nachfolgestruktur der Fachstelle Anspiel gründete sich 2004 das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick.
Die NPD stellte in den letzten 26 Jahren eine Konstante innerhalb der extremen Rechten in Berlin und Treptow-Köpenick dar. Sie fing die Überreste der Mosaik-Rechten der 1990er Jahre in ihr Netz ein. Sie ermöglichte den Aufstieg der freien Kameradschafts-Szene und kooperierte in der Zeit der „braunen Straße“ in Schöneweide mit den gewaltbereiten Neonazis des NW-Berlin. Durch breite zivilgesellschaftliche und antifaschistische Vernetzungsarbeit gelang es 2014 die Neo-Nazi-Läden Henker und Hexogen in der Brückenstraße zu schließen.
Die Bedeutung der NPD-Zentrale in Berlin
Nach dem Verlust der neonazistischen Infrastruktur im Bezirk diente die NPD-Zentrale als Rückzugsraum für die extreme Rechte. Hier konnten Info-Veranstaltungen und Konzerte stattfinden und im Gästehaus fanden Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet einen Ort zum Übernachten.In den letzten Jahren hat die NPD in Berlin an Bedeutung verloren. Wichtige Aktivist*innen wie Sebastian Schmidtke verzogen nach Thüringen, andere zogen sich ins Private zurück, verließen die Partei oder schlossen sich der Kleinstpartei „Der dritte Weg“ an. Auch Nachwuchsprobleme und Finanzierungsorgen erschwerten die neonazistische Organisationsarbeit. Mit der Abwahl des langjährigen Partei-Vorsitzenden Udo Voigt bei den Europawahlen 2019 verlor die Partei eine wichtige Finanzierungsquelle und ihr letztes bedeutendes politisches Mandat.
Zum Konzert und der Kundgebung am 9.5.2026
Am 9.Mai.2026 lädt die Partei zu einem Konzert in die Bundeszentrale ein. Der rechtsextreme Liedermacher Maik K., der unter dem Pseudonym „freilich Frei“ auftritt, soll laut Ankündigung am Sonnabend in der „Reichshauptstadt“ aufspielen.
Zivilgesellschaftliche und antifaschistische Gruppen haben am selben Tag ab 18:00 Uhr einen Gegenkundgebung auf den Köpenicker Mandrellaplatz angekündigt. Das Bündnis für Demokratie Treptow-Köpenick ruft seine Mitglieder dazu auf sich an dieser Kundgebung zu beteiligen.
Bündnis-Sprecher Lars Düsterhöft dazu:„Das Bündnis für Demokratie Treptow-Köpenick setzt sich für Demokratie und Vielfalt im Bezirk ein. Wir stehen am 9. Mai gemeinsam gegen die Köpenicker Neonazi-Szene auf und setzen ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung. Keine Heimat für Neonazis in Köpenick.“




